Von Ölheizung zu Luft-Wasser-Wärmepumpe: Der Praktische Umrüst-Guide

Wussten Sie, dass eine Luft-Wasser-Wärmepumpe bis zu 90% weniger CO2-Emissionen verursacht als herkömmliche Heizsysteme?

Der Trend ist eindeutig: 2023 wurden rekordverdächtige 356.000 Wärmepumpen in Deutschland installiert, und das aus gutem Grund. Die Umstellung von einer alten Ölheizung auf eine moderne Wärmepumpe ist nicht nur umweltfreundlich, sondern auch wirtschaftlich sinnvoll. Tatsächlich benötigt eine Wärmepumpe nur ein Drittel Antriebsenergie, um 100 Prozent Wohnwärme zu erzeugen.

Obwohl die Luft-Wasser-Wärmepumpe Kosten zwischen 18.750 und 37.500 Euro verursachen kann, machen staatliche Förderungen von bis zu 30 Prozent und die deutlich niedrigeren Betriebskosten im Vergleich zur Ölheizung diese Investition besonders attraktiv. Viele Hausbesitzer berichten sogar, dass ihre Heizkosten nach dem Umstieg um etwa zwei Drittel gesunken sind.

In diesem umfassenden Guide erklären wir Ihnen Schritt für Schritt, wie Sie von Ihrer alten Ölheizung auf eine effiziente Luft-Wasser-Wärmepumpe umsteigen können. Von der Funktionsweise über die Wirtschaftlichkeit bis hin zu technischen Voraussetzungen – wir decken alle wichtigen Aspekte ab, damit Sie eine fundierte Entscheidung treffen können.

Wie funktioniert eine Luft-Wasser-Wärmepumpe?

Die Funktionsweise einer Luft-Wasser-Wärmepumpe beruht auf einem faszinierenden physikalischen Prinzip, das Umgebungswärme in nutzbares Heizpotenzial umwandelt. Anders als konventionelle Heizsysteme gewinnt die Wärmepumpe bis zu 75% ihrer Energie kostenlos aus der Umgebungsluft.

Grundprinzip der Wärmepumpe

Das Herzstück jeder Luft-Wasser-Wärmepumpe ist ein geschlossener Kreislauf mit einem speziellen Kältemittel. Dieses Kältemittel durchläuft einen vierstufigen thermodynamischen Prozess, der auf dem sogenannten Joule-Thompson-Phänomen basiert:

  1. Verdampfung: Im Verdampfer wird die Umgebungsluft angesaugt und ihre Wärme auf das Kältemittel übertragen, wodurch dieses verdampft.
  2. Verdichtung: Der Kompressor verdichtet das gasförmige Kältemittel, wodurch sich seine Temperatur erheblich erhöht.
  3. Verflüssigung: Im Kondensator gibt das Kältemittel seine Wärme an das Heizungssystem ab und wird wieder flüssig.
  4. Entspannung: Im Expansionsventil wird der Druck abgesenkt, das Kältemittel kühlt ab und der Kreislauf beginnt von neuem.

Bemerkenswert ist, dass selbst bei Außentemperaturen von bis zu -20°C genügend Wärmeenergie in der Luft vorhanden ist, die von der Wärmepumpe genutzt werden kann. Moderne Anlagen erreichen einen COP (Coefficient of Performance) von bis zu 4,0 bei 2°C Außentemperatur. Dies bedeutet, dass für jede eingesetzte Kilowattstunde Strom vier Kilowattstunden Heizenergie erzeugt werden.

Unterschied zur Ölheizung

Der grundlegende Unterschied zwischen Ölheizung und Wärmepumpe liegt in der Art der Energiegewinnung. Während die Ölheizung fossile Brennstoffe verbrennt, nutzt die Wärmepumpe die in der Umwelt vorhandene Wärme.

Eine Ölheizung wandelt die im Öl gespeicherte chemische Energie durch Verbrennung in Wärme um. Dagegen produziert die Wärmepumpe aus einer eingesetzten Kilowattstunde Strom das 4- bis 5-Fache an Wärmeenergie. Folglich ist die Ölheizung:

  • Ökologisch bedenklicher (hoher CO2-Ausstoß)
  • Abhängig von schwankenden Ölpreisen
  • Mit höheren laufenden Kosten verbunden

Im Vergleich dazu bietet die Luft-Wasser-Wärmepumpe:

  • Maximale Umweltverträglichkeit
  • Niedrigere Betriebskosten
  • Die Möglichkeit zur Kühlung im Sommer

Allerdings benötigt die Wärmepumpe für hohe Effizienz eher niedrige Vorlauftemperaturen und kann bei sehr tiefen Außentemperaturen mehr Strom verbrauchen.

Luft wasser wärmepumpe funktion einfach erklärt

Bei einer Luft-Wasser-Wärmepumpe dient die thermische Energie der Außenluft als Wärmequelle. Der Prozess lässt sich in folgende Schritte unterteilen:

Ein leistungsstarker Ventilator saugt Umgebungsluft an und leitet sie zum Verdampfer. Dort zirkuliert das flüssige Kältemittel und nimmt durch den Kontakt mit der wärmeren Außenluft Energie auf, bis es verdampft.

Das nun gasförmige Kältemittel wird im Kompressor unter Druck gesetzt, wodurch seine Temperatur weiter ansteigt. Danach strömt es zum Verflüssiger, wo es seine Wärme an den Heizkreislauf abgibt. Dabei kühlt sich das Kältemittel ab, kondensiert und wird wieder flüssig.

Bevor der Kreislauf von neuem beginnt, passiert das Kältemittel noch das Expansionsventil, wo Druck und Temperatur wieder auf das Ausgangsniveau sinken.

Bei der Bauweise unterscheidet man zwischen:

  • Monoblock-Geräten: Der gesamte Kältekreislauf befindet sich in einem Gerät
  • Split-Geräten: Die Komponenten sind auf Innen- und Außeneinheit verteilt

Diese Technik ist nicht nur für Neubauten geeignet, sondern eignet sich durch ihre Flexibilität besonders auch für die Modernisierung bestehender Heizsysteme.

Kosten und Wirtschaftlichkeit im Vergleich

Die finanzielle Betrachtung beim Umstieg von Ölheizung zu Luft-Wasser-Wärmepumpe ist vielschichtig und entscheidet oft über die Investitionsentscheidung. Ein genauer Vergleich aller Kostenfaktoren zeigt jedoch, dass der anfängliche Mehraufwand durch langfristige Einsparungen ausgeglichen werden kann. Mehr dazu:  https://www.stiebel-eltron.ch/de/home/produkte-loesungen/erneuerbare_energien/waermepumpe/luft-wasser-waermepumpen.html

Anschaffungskosten beider Systeme

Die Investitionskosten für eine Luft-Wasser-Wärmepumpe liegen in der Schweiz typischerweise zwischen 40.000 und 60.000 Franken. Diese Summe umfasst den Kauf der Wärmepumpe, die Installationsarbeiten sowie mögliche Anpassungen am bestehenden Heizsystem. Im Vergleich dazu ist eine neue Ölheizung mit etwa 20.000 Franken für die Anschaffung und zusätzlich 5.000 Franken für Installation und Zubehör deutlich günstiger.

Der tatsächliche Preisunterschied hängt jedoch stark vom gewählten Wärmepumpentyp ab. Während eine außen aufgestellte Luft-Wasser-Wärmepumpe mit Warmwasserbereitung etwa 50.000 Franken kostet, liegt der Preis für eine innen aufgestellte Variante bei ungefähr 45.000 Franken. Erdwärmepumpen sind mit rund 65.000 Franken noch teurer.

Dieser deutliche Preisunterschied bei der Anschaffung sollte allerdings nicht isoliert betrachtet werden, sondern im Kontext der Gesamtkosten über die Lebensdauer des Systems.

laufende Betriebskosten und Stromverbrauch

Bei den Betriebskosten zeigt die Wärmepumpe ihre Stärken. Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe benötigt für die Produktion von zehn Kilowattstunden nutzbarer Wärme etwa zwei Kilowattstunden Strom. Das bedeutet, dass sie mit einer Kilowattstunde Strom etwa 3 bis 5 Kilowattstunden Heizenergie erzeugen kann.

Der Stromverbrauch lässt sich mit dieser Formel berechnen: Stromverbrauch = Heizleistung / JAZ × Betriebsstunden. Eine Wärmepumpe mit 10 kW Leistung und einer Jahresarbeitszahl (JAZ) von 4,0 verbraucht bei 2.000 Betriebsstunden jährlich etwa 5.000 kWh Strom.

Bei einem durchschnittlichen Strompreis von 26 Rappen pro Kilowattstunde ergeben sich jährliche Stromkosten von etwa 1.300 bis 1.900 Franken für eine Luft-Wasser-Wärmepumpe. Im Vergleich dazu fallen bei einer Ölheizung jährliche Heizkosten von etwa 2.500 Franken bis 3.036 Franken an.

Diese Betriebskostendifferenz führt langfristig zu erheblichen Einsparungen. Bei einem Einfamilienhaus mit einem Wärmebedarf von 20.000 kWh pro Jahr können die Gesamtkosten einer Luft-Wasser-Wärmepumpe über 20 Jahre bei etwa 85.140 Franken liegen, während eine Ölheizung Kosten von 94.720 Franken verursacht.

Versteckte Zusatzkosten

Neben den offensichtlichen Kosten gibt es weitere Faktoren, die die Wirtschaftlichkeit beeinflussen. Die jährlichen Wartungskosten einer Wärmepumpe betragen etwa 250 Franken bis 300 Franken, während für eine Ölheizung mit 550 Franken bis 1.000 Franken zu rechnen ist.

Allerdings sollten mögliche Zusatzkosten nicht übersehen werden. Bei der Installation einer Wärmepumpe können Kosten für Schallschutzmaßnahmen oder bauliche Anpassungen entstehen. Zudem kann der Stromverbrauch in den ersten beiden Jahren nach einer Bauaustrocknung um bis zu 20% höher ausfallen.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Kompatibilität mit dem bestehenden Wärmeverteilsystem. Für einen effizienten Betrieb sollte die Wärmepumpe idealerweise mit einer Flächenheizung kombiniert werden. Konventionelle Heizkörper benötigen Vorlauftemperaturen von bis zu 70 Grad Celsius, während eine Fußbodenheizung mit etwa 35 Grad Celsius auskommt.

Fördermöglichkeiten und staatliche Zuschüsse

Die hohen Anfangsinvestitionen werden durch umfangreiche Förderprogramme erheblich abgefedert. In der Schweiz variiert die Förderung je nach Kanton und Wärmepumpentyp. Für eine Luft-Wasser-Wärmepumpe sind Förderbeträge zwischen 1.600 Franken plus 60 Franken/kW und 8.000 Franken plus 250 Franken/kW möglich.

In vielen Kantonen wird der Ersatz einer Öl-, Gas- oder Elektroheizung durch eine Luft-Wasser-Wärmepumpe mit einem Grundbetrag von etwa 3.000 bis 6.000 Franken plus einem leistungsabhängigen Zuschlag gefördert. Einige Kantone wie Bern bieten sogar pauschal 6.000 Franken für Anlagen mit einer Leistung bis 15 kW.

Neben den kantonalen Programmen gibt es zusätzliche Förderungsmöglichkeiten wie die Klimaprämie, die schweizweit 1,80 Franken pro eingespartem Liter Heizöl bietet. Dies entspricht etwa 360 Franken pro Kilowatt bei korrekter Dimensionierung.

Wichtig ist, dass Förderanträge in der Regel vor Baubeginn gestellt werden müssen. Eine Kombination verschiedener Förderungen für dieselbe Maßnahme ist meist nicht möglich, aber verschiedene Sanierungsmaßnahmen können durch unterschiedliche Programme gefördert werden.

Technische Voraussetzungen für die Umrüstung

Bei der Umrüstung von Ölheizung auf Luft-Wasser-Wärmepumpe sind einige entscheidende technische Voraussetzungen zu beachten. Die korrekte Planung des Aufstellorts entscheidet nicht nur über die Effizienz des Systems, sondern auch über die Zufriedenheit aller Beteiligten.

Platzbedarf und Aufstellmöglichkeiten

Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe benötigt etwa 2 bis 3 Quadratmeter Aufstellfläche und eine Höhe von bis zu 2 Metern. Zusätzlich sollten für Installation und Wartung weitere 1 bis 2 Quadratmeter eingeplant werden. Bei einer Split-Variante beträgt die Aufstellungsfläche für Innen- und Außeneinheit jeweils 1 bis 1,5 Quadratmeter.

Für Außengeräte ist ein stabiler, horizontaler und frostsicherer Sockel aus Beton erforderlich. Der ideale Standort befindet sich in einem windgeschützten Bereich mit ausreichender Luftzufuhr. Wichtig sind dabei folgende Mindestabstände:

  • Zur Wand/Hausmauer: mindestens 25-30 cm, optimal 50 cm
  • Zu Fenstern, Türen und Schächten: mindestens 1 Meter
  • Zu Gehwegen: mindestens 3 Meter
  • Zu Grünpflanzen: mindestens 6 Meter

Zudem darf die Ausblasluft nicht auf Gehwege oder Terrassen strömen, da dies zu Eisbildung führen kann.

Innen- vs. Außenaufstellung

Bei der Innenaufstellung steht die Wärmepumpe als Monoblock-Gerät im Gebäudeinneren, meist im Keller oder Technikraum. Dies erfordert ausreichend Platz (etwa 2 x 2 Meter) sowie Luftkanäle für die Zu- und Abfuhr der Außenluft. Die Vorteile: kein Witterungseinfluss, geringere Lärmbelästigung und kein Einfrierrisiko der Leitungen.

Im Gegensatz dazu wird bei der Außenaufstellung die Wärmepumpe direkt im Freien platziert. Hier sind die baulichen Eingriffe geringer, allerdings muss das Gerät wind- und wettergeschützt aufgestellt werden. Der maximale Abstand zwischen Wärmepumpe und Heizraum sollte 15 Meter nicht überschreiten.

Eine dritte Option ist die Split-Aufstellung, bei der die Außeneinheit die geräuschemittierenden Komponenten enthält, während die kompakte Inneneinheit flexibel im Haus installierbar ist.

Schallschutz und Nachbarschaftsrecht

Die Geräuschentwicklung einer Luft-Wasser-Wärmepumpe liegt bei Betrieb oft zwischen 50-65 dB(A) direkt am Gerät. In 3 Metern Entfernung reduziert sich dies auf 35-45 dB(A). Laut Lärmschutzverordnung gelten je nach Gebiet unterschiedliche Grenzwerte:

  • Wohnzonen (ES II): 45 dB(A)
  • Mischzonen (ES III): 50 dB(A)
  • Industriezonen (ES IV): 55 dB(A)

Für die Einhaltung dieser Werte ist ein Mindestabstand von 3 Metern zur Grundstücksgrenze in den meisten Fällen ausreichend. Bei dicht besiedelten Gebieten sollten allerdings Schallschutzmaßnahmen wie Schalldämmhauben oder eine optimierte Aufstellung in Betracht gezogen werden. Diese können die Schallreduktion um bis zu 15 dB(A) verbessern.

Wichtig ist außerdem, die Wärmepumpe nicht in Gebäudeecken zu platzieren, da dies den Schall verstärkt. Eine freistehende Aufstellung mit mindestens 5 Metern Abstand zur Wand ist akustisch vorteilhaft.

Effizienz und Umweltbilanz

Die ökologische Bilanz ist ein entscheidender Faktor bei der Wahl eines Heizsystems. Die Luft-Wasser-Wärmepumpe punktet durch ihre hervorragende Energieeffizienz und deutlich reduzierte CO2-Emissionen.

Jahresarbeitszahl (JAZ) im Vergleich

Die Jahresarbeitszahl ist der wichtigste Indikator für die Effizienz einer Wärmepumpe. Sie gibt an, wie viel Kilowattstunden Heizwärme pro eingesetzter Kilowattstunde Strom erzeugt werden. Je höher die JAZ, desto geringer der Stromverbrauch und die Betriebskosten.

Verschiedene Wärmepumpensysteme erreichen unterschiedliche Effizienzniveaus:

  • Luft-Wasser-Wärmepumpen: JAZ von 2,6 bis 3,5
  • Sole-Wasser-Wärmepumpen (Erdsonden): JAZ von 3,8 bis 4,5
  • Wasser-Wasser-Wärmepumpen: JAZ von 4,0 bis 5,0

Untersuchungen haben gezeigt, dass Wärmepumpen mit Erdwärmesonden durchschnittlich 3,75-mal mehr Wärme erzeugen als Strom für deren Produktion verwendet werden muss. Das heißt, Sie erhalten mit dieser Technik für jede Kilowattstunde Strom über 40 Prozent mehr Heizwärme als mit einer Luftwärmepumpe.

CO2-Einsparung durch Umstieg

Tatsächlich verursacht eine Wärmepumpe bis zu 90 Prozent weniger CO2-Emissionen als eine Ölheizung. Ein typisches Einfamilienhaus mit einem jährlichen Wärmebedarf von 20.000 Kilowattstunden erzeugt mit einer Ölheizung rund 5.900 kg CO2 pro Jahr. Im Vergleich dazu produziert eine Wärmepumpe mit dem Strommix von 2024 nur etwa 1.400 kg CO2 jährlich.

In 20 Jahren Betriebszeit summiert sich die Einsparung auf beeindruckende 90 Tonnen CO2 – das entspricht etwa 500.000 gefahrenen Pkw-Kilometern. Darüber hinaus verbessert sich die CO2-Bilanz kontinuierlich, da der Anteil erneuerbarer Energien am Strommix stetig zunimmt.

Stromverbrauch Luft-Wasser-Wärmepumpe realistisch einschätzen

Für die realistische Kalkulation des Stromverbrauchs gilt folgende Formel: Stromverbrauch = Heizleistung / JAZ × Betriebsstunden. Eine Wärmepumpe mit 10 kW Leistung und einer JAZ von 4,0 verbraucht bei 2.000 Betriebsstunden jährlich etwa 5.000 kWh Strom.

Allerdings hängt der tatsächliche Verbrauch stark von den Vorlauftemperaturen ab. Für einen effizienten Betrieb sollten diese möglichst niedrig sein – idealerweise um die 35°C, wie bei einer Fußbodenheizung. Bei konventionellen Heizkörpern mit höheren Temperaturen sinkt die Effizienz merklich.

Eine Kombination mit Photovoltaik kann zudem 20 bis 40 Prozent des Strombedarfs der Wärmepumpe decken, was die Betriebskosten weiter reduziert und die Umweltbilanz verbessert.

Wartung, Lebensdauer und Langzeitkosten

Langfristige Wirtschaftlichkeit ist beim Heizsystemwechsel entscheidend, besonders da moderne Luft-Wasser-Wärmepumpen mindestens 15 bis 20 Jahre zuverlässig arbeiten.

Wartungsaufwand im Vergleich

Während eine Ölheizung jährliche Wartungskosten zwischen 160 € und 550 € verursacht, fallen bei Wärmepumpen nur etwa 140 € bis 300 € pro Jahr an. Dieser Unterschied erklärt sich leicht: Bei Wärmepumpen entfallen Schornsteinfegerkosten (50-100 € jährlich), regelmäßige Tankkontrollen und aufwendige Tankrevisionen. Zudem benötigen Wärmepumpen keine Abgasmessungen und weisen weniger mechanischen Verschleiß auf.

Lebensdauer der Wärmepumpe

Die durchschnittliche Nutzungsdauer einer Luft-Wasser-Wärmepumpe beträgt etwa 15-20 Jahre. Für maximale Lebensdauer sind folgende Faktoren entscheidend:

  • Korrekte Dimensionierung der Anlage, die Laufzeiten optimiert
  • Regelmäßige Wartung und Kontrolle
  • Qualitativ hochwertige Komponenten

Bei Erdwärmepumpen bleibt die Erdsonde übrigens bis zu 60 Jahre nutzbar, wodurch bei Ersatzinvestitionen erhebliche Kosten eingespart werden.

Kosten über 20 Jahre betrachtet

Der langfristige Kostenvergleich spricht eindeutig für die Wärmepumpe: Während eine Ölheizung über 20 Jahre Betriebszeit Gesamtkosten zwischen 65.200 € und 98.376 € verursacht, liegen die Kosten einer Luft-Wasser-Wärmepumpe bei nur 45.300 € bis 69.828 €[243]. Die Einsparung kann somit bis zu 47.200 € betragen.

Trotz höherer Anfangsinvestitionen amortisiert sich eine Wärmepumpe normalerweise innerhalb von 8 bis 15 Jahren. Danach profitieren Hausbesitzer von deutlich niedrigeren Betriebskosten – besonders wenn die Strompreise im Vergleich zu fossilen Brennstoffen stabil bleiben.

Fazit

Die Umstellung von einer Ölheizung auf eine Luft-Wasser-Wärmepumpe stellt zweifellos eine zukunftsweisende Entscheidung dar. Tatsächlich bietet dieser Wechsel nicht nur ökologische Vorteile durch bis zu 90% weniger CO2-Emissionen, sondern auch wirtschaftliche Anreize durch deutlich reduzierte Betriebskosten. Obwohl die anfänglichen Investitionen höher ausfallen, zeigen unsere Berechnungen, dass sich die Mehrkosten dank staatlicher Förderungen und erheblich niedrigerer Wartungskosten innerhalb von 8 bis 15 Jahren amortisieren.

Besonders beeindruckend ist die Effizienz moderner Wärmepumpensysteme. Mit einer Jahresarbeitszahl zwischen 2,6 und 3,5 erzeugt eine Luft-Wasser-Wärmepumpe aus jeder Kilowattstunde Strom ein Vielfaches an nutzbarer Heizenergie. Diese Effizienz verbessert sich zusätzlich bei Kombination mit Niedertemperaturheizsystemen wie Fußbodenheizungen.

Darüber hinaus sollte der geringere Wartungsaufwand nicht unterschätzt werden. Anders als bei Ölheizungen entfallen Schornsteinfegerkosten, Tankkontrollen und aufwendige Revisionen. Gleichzeitig bieten Wärmepumpen eine längere Nutzungsdauer von 15 bis 20 Jahren bei gleichbleibend hoher Leistungsfähigkeit.

Wer heute den Umstieg plant, profitiert außerdem von umfangreichen Förderprogrammen, die je nach Bundesland bis zu 30% der Investitionskosten abdecken können. Entsprechend lohnt es sich, frühzeitig die verfügbaren Optionen zu prüfen und Anträge vor Baubeginn zu stellen.

Unterm Strich sprechen alle Fakten für die Luft-Wasser-Wärmepumpe: geringere Umweltbelastung, niedrigere Betriebskosten und zukunftssichere Technologie. Angesichts steigender Ölpreise und verschärfter Umweltauflagen wird dieser Trend in den kommenden Jahren weiter zunehmen. Deshalb empfehlen wir Hausbesitzern, den Umstieg ernsthaft in Betracht zu ziehen – für ein klimafreundlicheres Zuhause und eine langfristig kostengünstigere Heizlösung.

FAQs

Q1. Ist der Umstieg von einer Ölheizung auf eine Luft-Wasser-Wärmepumpe wirtschaftlich sinnvoll? Ja, langfristig kann sich der Umstieg lohnen. Trotz höherer Anfangsinvestitionen amortisiert sich eine Wärmepumpe in der Regel innerhalb von 8 bis 15 Jahren durch deutlich niedrigere Betriebskosten. Über einen Zeitraum von 20 Jahren können die Gesamtkosten einer Wärmepumpe bis zu 30% niedriger sein als bei einer Ölheizung.

Q2. Welche technischen Voraussetzungen müssen für die Installation einer Luft-Wasser-Wärmepumpe erfüllt sein? Wichtig sind ausreichend Platz (2-3 m² Aufstellfläche), ein stabiler Untergrund und die Einhaltung von Mindestabständen zu Wänden und Nachbargrundstücken. Zudem sollte das Heizsystem idealerweise mit niedrigen Vorlauftemperaturen arbeiten, wie bei einer Fußbodenheizung. Bei der Außenaufstellung sind Schallschutzmaßnahmen zu beachten.

Q3. Wie effizient sind Luft-Wasser-Wärmepumpen im Vergleich zu Ölheizungen? Luft-Wasser-Wärmepumpen sind deutlich effizienter. Sie erreichen eine Jahresarbeitszahl (JAZ) von 2,6 bis 3,5, was bedeutet, dass sie aus einer Kilowattstunde Strom 2,6 bis 3,5 Kilowattstunden Heizenergie erzeugen. Im Vergleich dazu nutzt eine Ölheizung nur etwa 85-95% der eingesetzten Energie.

Q4. Welche Fördermöglichkeiten gibt es für den Umstieg auf eine Wärmepumpe? Es existieren umfangreiche Förderprogramme, die je nach Region bis zu 30% der Investitionskosten abdecken können. Die genauen Fördersummen variieren je nach Bundesland und Art der Wärmepumpe. Es ist wichtig, die Förderanträge vor Beginn der Umbauarbeiten zu stellen.

Q5. Wie hoch sind die CO2-Einsparungen beim Wechsel von Ölheizung zu Wärmepumpe? Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe kann bis zu 90% weniger CO2-Emissionen verursachen als eine Ölheizung. Bei einem typischen Einfamilienhaus mit einem jährlichen Wärmebedarf von 20.000 kWh können über 20 Jahre Betriebszeit etwa 90 Tonnen CO2 eingespart werden, was etwa 500.000 gefahrenen Pkw-Kilometern entspricht.